Strongyloides
(Zwergfadenwurm)

Die Strongyloidose wird durch den im Dünndarm parasitierenden Zwergfadenwurm Strongyloides papillosus hervorgerufen und kommt weltweit vor.
Lebenszyklus und klinisches Bild: Klinische Symptome entwickeln meist nur die Lämmer, während eine Infektion der Alttiere unbemerkt verläuft. Die Infektion der Lämmer erfolgt meist im Stall über aktiv einwandernde Larven, die sich durch die Haut bohren und durch den Körper bis in den Darm einwandern. Die Aufnahme der Würmer auf der Weide spielt in der Regel nur eine untergeordnete Rolle. Im Dünndarm entwickeln sich die erwachsenen Würmer und beginnen mit der Eiausscheidung.
Während der Körperwanderung entwickeln die Lämmer häufig Husten und Atemnot. Beim erwachsenen, weiblichen Schaf kann es zu einer Absiedlung in das Euter kommen, von wo aus die, während der Lammung reaktivierten, Larven an die Lämmer weitergegeben werden. Bei diesem Infektionsweg der Sauglämmer unterbleibt die Körperwanderung und nach ca. 5-6 Tagen beginnen die geschlechtsreifen Weibchen im Darm der Lämmer Eier auszuscheiden. In dieser Phase treten bei den Lämmern dann intermittierende, wässrige Durchfälle auf, die mit Körpermasseverlusten und starker Austrocknung einhergehen. Todesfälle kommen insbesondere bei Superinfektionen und mangelnder Stallhygiene vor. (Mehlhorn et al. 1993, Demeler 2012, Bostedt et al. 2019)
Behandlung: Die Therapie gestaltet sich in der Praxis aufgrund der teilweise unterschiedlichen Angaben in der Literatur zur Wirksamkeit als problematisch. (Vetidata, Emmerich et al. 2016, Bostedt et al. 2019) Bei Nachweis von Strongyloides Eiern bei den hochtragenden Mutterschafen, sollte mit eutergängigen Injektionspräparaten aus der Gruppe der Makrozyklischen Laktone behandelt werden. Treten bereits klinische Symptome bei den Sauglämmern auf, muss meist schon im Stall behandelt werden. Hier kommen entweder Makrozyklische Laktone oder auch Benzimidazole (Albendazol) zum Einsatz.