Kokzidien


Kokzidien sind keine Würmer - aber auch wichtige Parasiten im Stall, Auslauf und auf der Weide.
Kokzidien sind einzellige Parasiten der Gattung Eimeria. Der Parasit wird fäkal-oral übertragen. Die Kokzidien-Oozysten benötigen Feuchtigkeit, um infektiös zu werden. Neugeborene Lämmer verfügen über eine passive Immunität, die durch das Kolostrum übertragen wird. Lämmer werden im Alter von 2 bis 3 Wochen anfällig. Im Alter von etwa 8 Wochen entwickelt sich eine Immunität. Ältere Lämmer können auch nach Ausbildung einer Immunität große Mengen Oozysten in die Umwelt abgeben und so eine erhebliche Ansteckungsquelle für jüngere Lämmer in der Herde darstellen.
Klinisches Bild: Kokzidiose ist eine Erkrankung junger Lämmer, die in der Regel im Alter von 3 bis 8 Wochen auftritt. Eine Kokzidiose kann zu starkem, dunkel oder sogar blutig gefärbtem Durchfall und Gewichtsverlust führen. Bei Auftreten der Symptome ist der Darm bereits irreversibel geschädigt. Unbehandelt kann die Krankheit tödlich verlaufen. Selbst bei Behandlung kann eine schwere Erkrankung zu Darmschäden führen, die das Wachstum des Lamms langfristig beeinträchtigen.
Diagnose: Es gibt viele verschiedene Eimeria-Arten, die Schafe/ Ziegen infizieren können, aber nur wenige verursachen die Krankheit. Daher ist die Eierzählung im Kot nicht unbedingt ein guter Indikator für eine Infektion, da sie nicht zwischen den Arten unterscheiden kann. Sehr hohe Eizahlen im Zusammenhang mit einer deutlichen Klinik bei jungen Lämmern bestätigen die Diagnose.
Behandlung: Die Behandlung kann mit Diclazuril- oder Toltrazuril-haltigen Produkten erfolgen. Lämmer sollten 1–2 Wochen vor dem erwarteten Krankheitsausbruch behandelt werden. In schweren Fällen ist eine symptomatisch Therapie notwendig.
In Betrieben mit hohem Kokzidiendruck kann eine Kokzidienmetaphylaxe durchgeführt werden. Dazu wird den Lämmern am 14. Lebenstag sowie in der 8. – 9. Lebenswoche der Wirkstoff Diclazuril verabreicht.
Vorbeugung: Die Bekämpfung von Kokzidien beruht auf der Reduzierung der Oozysten in der Haltungsumwelt der Lämmer und ggf. Behandlung.
Um die Umweltkontamination in Stallhaltungen zu reduzieren, müssen Überbelegungen vermieden und saubere, trockene Einstreu bereitgestellt werden. Werden alle Bereiche trocken gehalten, kann die Ausreifung der Oozysten zu infektiösen Stadien verzögert und damit der Infektionsdruck verringert werden. Im Außenbereich trägt die Vermeidung einer Kotverschmutzung von Futter- und Wassertrögen sowie die Trockenhaltung zur Eindämmung der Infektion bei. Lämmer sollten nicht auf Weideflächen gebracht werden, auf denen zuvor ältere Lämmer waren.