Nematodirus

Ei von N.battus links und N.fillicollis rechts (© Universität Utrecht/Barend Blankenstein)

Nematodirus-Arten haben einen Entwicklungszyklus, der von dem der anderen MDS abweicht, weil sich die infektiösen Larven über mehrere Wochen direkt im Ei entwickeln. Wird z.B. im Laufe des Sommers eine N. battus Infektion patent (es erscheinen Eier im Kot), stammt die Infektion meistens von Eiern, die bereits im Vorjahr ausgeschiedenen wurden. Zunehmend sind Nematodirus battus-Infektionen aus Eiern desselben Jahres zu beobachten. Jungtiere im Alter von 4 - 8 Wochen sind besonders krankheitsanfällig.

Nematodirus-Infektionen können zu erheblichen Problemen führen. Üblicherweise treten Krankheitserscheinungen bei den Lämmern wenige Wochen nach Austrieb auf, also ungefähr im Mai. Ein wässriger, gelbgrüner oder dunkler Durchfall führt zu starkem Durst. Die Tiere werden in kurzer Zeit sehr matt und appetitlos und können innerhalb weniger Tage verenden. Besonders gravierend verläuft die Infektion, wenn gleichzeitig eine Kokzidiose besteht. Manchmal können spät geborene Lämmer auch im Spätsommer erkranken, wenn vorher Eiausscheider auf der Weide waren.

Die Larvenstadien, die in der Dünndarmschleimhaut parasitieren, verursachen die schlimmsten Symptome - also es entsteht Durchfall bevor überhaupt Eier ausgeschieden werden.

Die Eier sind mikroskopisch deutlich von den anderen MDS-Eiern zu unterscheiden, sodass sie beim Monitoring auffallen werden. Der Grenzwert bei Nematodirus-Nachweis ist sicherheitshalber bei 100 EPG anzusetzen. Der Tierarzt sollte dann gezielt zu diesem Problem beraten. Eine Behandlung mit Benzimidazol wäre eine geeignete Therapie und würde die Verschmutzung der Weide mit Nematodirus-Eiern eindämmen. Resistenzen der Nematodirus-Arten gegen Benzimidazol-Präparate sind noch nicht dokumentiert.

Gute Informationen auf Englisch findet man unter http://www.nadis.org.uk/bulletins/nematodirosis-in-sheep.aspx