Häufige Fragen

Generelles

An dieser Stelle finden Sie Antworten auf Fragen, die bei der praktischen Anwendung auftreten können. Sie sind als Ergänzung zu den Inhalten des Entscheidungsbaumes zu verstehen. Es kann sein, dass im Entscheidungsbaum Ihre Betriebsbedingungen nicht abgebildet werden. Bitte wenden Sie sich an Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin. Für ein Feedback nutzen Sie bitte den folgenden Link für einen Online-Fragebogen oder schicken Sie uns eine Email an die folgende Mailadresse: ol@  thuenen.  de

Biobetriebe

Der Entscheidungsbaum ist für Bio-Betriebe und konventionelle Betriebe gleichermaßen geeignet. In Ökobetrieben sind prophylaktische Behandlungen untersagt, deshalb sollte vor einer Entwurmungsbehandlung eine Kotprobe untersucht werden. Alle gesetzlich zugelassenen Medikamente sind erlaubt. Der Bio-Landwirt muss jedoch immer eine verdoppelte Wartezeit einhalten und diese in sein Bestandsbuch eintragen. Einschränkungen gibt es für Mitglieder einiger privater Anbauverbände (z.B. „bioland“ untersagt die Anwendung von Avermectin zur Entwurmung).

Räudebehandlung und Insektenbekämpfung

Räudebehandlung und Insektenbekämpfung

Hierfür sind zum einen Pyrethroid-haltige Medikamente auf dem Markt, die keinen Einfluss auf die Magen-Darm-Würmer haben, aber stark giftig für die Umwelt sein können.  

Andererseits werden zur Bekämpfung der Räude solche Mittel verwendet, die auch die MDS beeinflussen. Präparate mit den Wirkstoffen Ivermectin, Doramectin, Eprinomectin und Moxidectin bewirken zusätzlich das Absterben der MDS-Stadien. Ist eine Räudebehandlung mit der o.a. Wirkstoffen geplant, sollten Sie versuchen, den Zeitpunkt dieser Behandlung mit den Maßnahmen zur MDS-Kontrolle zu koordinieren, um unnötige Medikamentengaben zu vermeiden.

Kotprobenuntersuchung

Wo kann ich die Kotproben untersuchen lassen?

Die Untersuchung von Sammelkotproben auf die Anzahl an Wurmeiern per Gramm Kot (EPG) wird im Entscheidungsbaum Monitoring genannt. Sie kann in z.B. Tierarztpraxen, Laboren der veterinärmedizinischen Ausbildungsstätten und staatlichen Untersuchungsämtern durchgeführt werden.
Viele Untersuchungslabore in Deutschland führen nur ein semiquantitatives Verfahren durch. Die Ergebnisse lauten dann z.B. gering-, mittel- oder hochgradig. Die "Eizahl pro Gramm Kot" (EPG) wird nicht angegeben. Bitten Sie in diesem Fall das Labor, Ihnen mitzuteilen, welcher Befund einer EPG von 500 entspricht.
Es ist auch möglich, die Untersuchungen selbst durchzuführen. Dafür ist, neben den Kenntnissen, auch eine technische Mindestausstattung (Mikroskop, spezielle Zählkammer) nötig.  

Wie soll eine Kotprobe genommen werden?

Bei einem Einzeltier sollte ca. 1 leicht gehäufter Esslöffel möglichst sauber genommen werden. Für das Herdenmonitoring (Siehe Monitoring) wird eine schmutzfreie Sammelprobe aus möglichst frisch abgesetztem Kot (ca. 1 Teelöffel pro Tier) zufällig ausgewählter Tiere kombiniert und gut vermischt. Die Anzahl der Testtiere hängt von der Herdengröße ab. Bei einer Herde von 30 - 100 Tieren und vermutlich 50 - 100%-iger Infektionsrate sollte die Sammelprobe von 10 - 15 Tieren stammen. Bitte beachten Sie, dass Tiere mit Durchfall oft keine nachweisbare Eiausscheidung haben. Kitze und Alttiere getrennt beproben.

Was muss ich beim Versand beachten?

Die Proben sollten möglichst luftdicht und ausreichend stabil verpackt sein, entweder in dicken Plastikhandschuhen mit Umkarton oder in unzerbrechlichen, festschließenden Plastikgefäßen. Sie sollten wasserfest beschriftet sein. Getrennt von den Proben sollte das Anschreiben mit den erforderlichen Angaben und dem Untersuchungswunsch mitgeschickt werden, damit es nicht verschmutzt (Siehe Monitoring).

Die Proben müssen schnellstmöglich untersucht werden, deshalb sollten sie werktags am Vormittag im Labor ankommen. Gekühlter Versand kann hilfreich sein. Aber NICHT einfrieren!

Lungenwurmerkrankung / Parasitäre Bronchitis

Lungenwurmerkrankung / Parasitäre Bronchitis

Normalerweise spielen Lungenwürmer bei kleinen Wiederkäuern (im Gegensatz zu den Rindern) keine entscheidende Rolle. Da diese Parasiten ebenfalls abgetrieben werden, wenn eine Behandlung gegen MDS erfolgt, sind klinische Erkrankungen sehr selten. Zur Diagnose wird frischer Kot eingeschickt. Das Labor muss dann ein besonderes Verfahren (Baermann-Trichterauswanderverfahren) anwenden.