Magen-Darm-Strongyliden

Im Verdauungstrakt der Rinder parasitieren verschiedene Arten von Würmern. Der Entscheidungsbaum befasst sich ausschließlich mit den Magen-Darm-Strongyliden (MDS). Er gibt keine Empfehlungen bezüglich der Bekämpfung von Leberegeln oder Lungenwürmern. Informationen hierzu können Sie teilweise in den Informationsseiten finden.

Der Lebenszyklus der meisten MDS ist sehr ähnlich. Probleme, die von diesen Würmern verursacht werden, sind in erster Linie Magen-Darm-Erkrankungen (parasitäre Gastroenteritis, abgekürzt: PGE) und deren negative Auswirkungen auf das Gedeihen der Tiere. Durch Leistungseinbußen entstehen besonders in der Aufzuchtphase erhebliche wirtschaftliche Verluste.

Berücksichtigt man bei der Bekämpfung der MDS gezielt die Entwicklungszyklen der Würmer, können Entwurmungsmittel eingespart werden. Die Resistenzentwicklung der MDS gegen Entwurmungsmittel wird damit verzögert. Der kontrollierte Kontakt zu MDS ermöglicht eine ausreichende Immunitätsentwicklung bei den Jungrindern und schützt sie vor parasitären Erkrankungen in der zweiten und den folgenden Weideperioden.

Ostertagia ostertagi und Cooperia oncophora sind die wirtschaftlich wichtigsten Arten bei den Rindern.

Lokalisation Art Pathogenität und wirtschaftliche Bedeutung
Labmagen Ostertagia ostertagi („Brauner Magenwurm“) +++++
Haemonchus spp. („Gedrehter oder Roter Magenwurm“) (+)
Trichostrongylus spp. („Kleiner Magenwurm“) +
Dünndarm Cooperia oncophora +++
Nematodirus spp. (+)
Bunostomum phlebotomum -
Strongyloides papillosus -
Dickdarm Trichuris spp. -
Oesophagostomum radiatum -

Im Vergleich mit den erstsömmrigen Jungrindern in der Milchviehhaltung, die ohne Kühe auf die Weide gehen, haben die Jungtiere in der Mutterkuhhaltung ein geringeres Erkrankungsrisiko. Deshalb ist ein eigener Entscheidungsbaum für die Mutterkuhhaltung erstellt worden.