Management der Magen-Darm-Würmer (MDW) in der Mutterkuhhaltung

Rinder können eine körpereigene Abwehr (Immunität) gegen Magen-Darm-Würmer ausbilden, wenn sie über eine ausreichend lange Zeit (5-8 Monate) einem gewissen Parasitendruck ausgesetzt sind. Ist dieser Wurmdruck zu hoch, können jedoch klinische Symptome und Leistungseinbußen auftreten.
Kälber aus Mutter- bzw. Ammenkuhhaltung haben bezüglich der Magen-Darm-Rundwürmer ein geringeres Erkrankungsrisiko als Jungrinder in der Milchviehhaltung. Grund dafür sind die geringe Besatzdichte und der "Staubsaugereffekt" der Mutterkühe. Diese nehmen einen großen Teil der Larven auf der Weide auf, scheiden aber aufgrund ihrer Immunität wenig Eier aus. Dadurch wird der Infektionsdruck der Weide vermindert. Kälber nehmen anfangs nur wenig Gras auf, kommen aber so schon in Kontakt mit den Parasiten und entwickeln nach und nach eine stabile Immunität. Für Sommer- oder Herbstkälber besteht jedoch noch bis ins zweite Jahr ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Regelmäßige Kotproben ab 6-8 Wochen nach Beginn des Graswachstums helfen, die Parasitenbelastung im Laufe der Saison zu verfolgen und Behandlungsbedarf zu erkennen.
Gute Versorgung, geringe Besatzdichte, Abkalbungen im Frühjahr, ein gezieltes Monitoring und Weidemanagement ermöglichen gute Aufzuchterfolge bei minimalem Arzneimitteleinsatz.
Andere Parasiten, wie Lungenwürmer, Leberegel oder Bandwürmer können mitunter zu Problemen führen und sind mit zu berücksichtigen.
Beachten Sie die aktuellen Hinweise (2025):
ACHTUNG: Aufgrund der auch bei Rinderparasiten zunehmenden Resistenzen sind die allgemeinen Hinweise zu Vorbeugung, Therapie und Resistenzen zu beachten.
- Grundsätzlich gilt: Behandlungsentscheidungen immer in Absprache mit Tierarzt!
- Wirksamkeitskontrolle nach Behandlung durchführen.
- Sammelkotproben von Tieren gleicher Gewichtsklassen und Symptomatik
- Für eine Behandlungsentscheidung sind nicht nur Eizahlen aus Kotuntersuchungen, sondern auch Alter, Zeitpunkt der Beprobung, Weidehistorie, klinische Symptome und Leistung einzubeziehen.
Es konnte gezeigt werden, dass Jungrindgruppen mit >200 EpG zwei Monate nach Weideauftrieb von einer Behandlung profitieren (Charlier et al. 2022) . Zum Ende der Weidesaison besteht kein sicherer Zusammenhang zwischen Eizahl und Wurmbürde.
Nur bei Behandlungsnotwendigkeit entwurmen.
Resistenzrisiken können reduziert werden, in dem ein Teil der Wurmpopulation (Refugium) unbehandelt bleibt. Deshalb sollte die Behandlung ganzer Gruppen nicht zeitgleich mit einem Umtrieb auf wenig belastete Flächen stattfinden.
Die Entscheidungsbäume werden derzeit aktualisiert.
Der Entscheidungsbaum bezieht sich auf Magen-Darm-Würmer, insbes. Ostertagia .
Eine Haftung ist ausgeschlossen. Eine tierärztliche Beratung ist grundsätzlich notwendig.