Teladorsagia circumcincta
(Brauner Magenwurm)

Die parasitäre Gastroenteritis (PGE) und Wachstumseinbußen werden beim Schaf hauptsächlich durch Teladorsagia circumcincta ausgelöst. Der braune Magenwurm ist zoologisch nah verwandt mit dem Ostertagia-Wurm des Rindes und kann sehr selten auch beim Rind angetroffen werden. Die infektiösen Larven werden mit dem Futter aufgenommen und dringen in die Labmagendrüsen ein. Dabei entstehen sichtbare weiße Knötchen von ca. 2 mm Durchmesser. Durch das Wachstum der Larven erhält die Magenschleimhaut ein kopfsteinpflasterartiges Aussehen. Die 0,7 bis 1,2 cm langen adulten Würmer leben im Labmagen. Die schweren Epithelschäden im Bereich der Labmagendrüsen und der Untergang von säureproduzierenden Belegzellen lassen den pH-Wert im Labmagen ansteigen und verursachen eine Gastritis und Verdauungsstörungen.
Klinisches Bild: Die PGE tritt bei Lämmern meist ab Ende Juni auf. Mehrere Tiere einer Herde haben plötzlich unblutigen Durchfall und zeigen eine deutlich verminderte Futteraufnahme. Bei anderen Tieren ist der Kot lediglich breiig oder klebrig.
Betroffene Tiere sind von der Schwanzunterseite bis zu der Hinterseite der Gliedmaßen kotverschmutzt; sie sind matt und magern ab. Unbehandelt können sie verenden.
Häufig verläuft die PGE jedoch subklinisch - es fallen dann lediglich die verminderte Gewichtszunahme und das schlechte Wachstum der Knochen (Kümmern) auf. Proteinverluste in den Darmkanal führen zu sekundärem Eiweißmangel und infolgedessen auch zu vermindertem Muskelaufbau und Entwicklungsstörungen bei den Lämmern.
Obwohl hypobiotische ("schlafende") Stadien nach Ende der Weideperiode im Herbst im Wirtstier als Wurmknötchen in der Labmagenschleimhaut zu finden sind, kommt es im Winter selten zu einem klinischen PGE-Ausbruch. Wenn, dann tritt die PGE oder nur eine erhöhte Eiausscheidung meist bei den Muttern in der Zeit des Ablammens auf (PPR).
Lebenszyklus, Diagnose, Behandlung und Prävention → siehe Magen-Darm-Würmer- Allgemeines